Brüning aktuell
Kaffee und Brötchen im Bad
Unternehmerfrühstück bei Brüning beschäftigt sich mit Kunden und Mitarbeitern ab 50 Jahren
Münster – Der Kaffee wurde im Bad serviert, die Brötchen zwischen Dusche und Wanne, und der Vortrag in der Firmenhalle: Gastgeber für das erfrischende Frühstück mit delikatem Belag war gestern Morgen Bernd Brüning, Chef der Brüning Bad & Heizung GmbH auf der Loddenheide. Sein Thema, mit dem er seine Zuhörer zwischen Heizungsröhren, Wasserhähnen und Klempnermaterial fesselte: „50 plus, Kunden und Kollegen im besten Alter“.
„Best Ager, Woopies oder ,Silver Ager‘“, betonte Dr. Thomas Robbers, seien häufig verwendete Begriffe für die Generation 50 plus. Die Zielgruppe wächst, gibt Geld aus und gilt überhaupt als die konsumfreudigste Zielgruppe, die ein großes Marktpotenzial besitzt, so der Wirtschaftsförderer. Diese Gruppe stand darum auch im Fokus des Unternehmerfrühstücks der Wirtschaftsförderung Münster.
Gastgeber Bernd Brüning schilderte seinen rund 140 Zuhörern, was seine Strategien sind, um diese Kundschaft „einzufangen“ und für sein Unternehmen zu gewinnen. Brüning selber bewegt sich mit 57 Jahren in dieser Altersgruppe. Er weiß, wovon er spricht.
Vier Jahre nach der Betriebsübernahme von seinem Vater habe er sich die Frage gestellt: „Wer kann sich uns leisten?“ Schon damals fiel der Fokus des Unternehmens auf die Generation 50 plus, die zunehmend Modernisierungswünsche äußere. Außerdem, so Brüning, befinde sich diese Generation häufig in einer besseren finanziellen Situation.
Viele dächten an eine Sanierung des gesamten Hauses und zögen diese radikal durch, berichtete Bernd Brüning aus eigener Erfahrung. „Teilweise ziehen Hausbesitzer dafür sogar monatelang ins Hotel.“
Die Generation 50 plus lege größten Wert auf Qualität und Informationen. Aber nicht nur diese Seite bedürfe einer Anstrengung. „Heute kann sich kein Unternehmen mehr auf seinem Stammpublikum ausruhen“, sagte Brüning. „Eine gewisse Wechselfreudigkeit ist zu spüren.“
Bernd Brüning stellte fest, dass die Kunden neben der Beratung zunehmend eine individuelle Planung sowie Entscheidungshilfen wie Fotografien benötigten. „Die Kunden wollen zusätzlich begeistert werden“, sagte der 57-Jährige. Sie wollen verwöhnt werden und erwarten, „dass die Arbeit besser als erwartet wird“. Ein gewisses Feeling müsse verkauft werden, so Brüning.
Den Kunden zu begeistern sei die eine Sache, den Mitarbeiter zu begeistern die andere. Für Bernd Brüning gilt daher: Das wichtigste im Betrieb sind die Mitarbeiter.
Im Haus Brüning wird der Mitarbeiter-Schatz nach eigenen Angaben gehütet. Brüning schätzt die älteren Mitarbeiter aufgrund ihres Wissens und ihrer Erfahrung.
Gleichwohl sei ihm bekannt, dass die Generation Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Motivation verliere. Brüning beugt vor. Er unterstützt Maßnahmen wie eine Rücken- und Wirbelsäulenmassage, fordert den Besuch von Weiterbildungen und führt kontinuierlich Mitarbeitergespräche.
Text und Foto: Westfälische Nachrichten von Gabriele Hillmoth.


